Grundlegende Unterschiede der Versicherungssysteme

Hintergrundinformationen zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung

Es gibt viele grundsätzliche Unterschiede die unser duales Krankenversicherungssystem in Deutschland kennzeichnen. In diesem Kapitel möchten wir die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale aufgreifen und einfach und anschaulich erläutern.

1. Beitragsermittlung

Entwicklung der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze (BBG)

Die Ermittlung des Beitrages erfolgt in der gesetzlichen Krankenversicherung ausschließlich in Abhängigkeit des Einkommens. Die Leistungen haben keinen Einfluss auf die Beitragshöhe. Das heißt ein Geringverdiener erhält die gleichen Leistungen wie ein Gut- oder Spitzenverdiener, jedoch bezahlt er dafür einen wesentlich geringeren Beitrag. Um aber einen Spitzenverdiener nicht über die Maße hinaus zu belasten, wurde die Beitragsbemessungsgrenze geschaffen. Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung werden nur bis zu diesem Betrag erhoben.

Ein großer Vorteil des gesetzlichen Krankenversicherungssystems ist in der kostenlosen Familienversicherung zu sehen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel eine fünfköpfige Familie mit nur einer Beitragszahlung den kompletten Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen kann.

Die private Krankenversicherung kalkuliert im Gegensatz zum gesetzlichen System den Beitrag individuell für jede Person. D.h. aber auch, dass Familienangehörige nicht kostenlos mitversichert werden können. Dafür sind die Beiträge für eine einzelne Person häufig wesentlich günstiger als bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

Für die Kalkulation des Beitrages wird nicht das Einkommen herangezogen sonder das Eintrittsalter, das Geschlecht, der Gesundheitszustand und die zu versichernden Leistungen. Durch dieses Vorgehen zahlt jeder Versicherte einen auf Ihn abgestimmten monatlichen Krankenversicherungsbeitrag. Wählt ein Versicherter gute Leistungen, muss er dafür auch mehr bezahlen, als ein Versicherter der nur einen Einsteigertarif mit gesetzlichen Leistungsmerkmalen wünscht.

2. Abrechnungssystem

In der gesetzlichen Krankenversicherung kennt man das so genannte Sachleistungsprinzip. D.h. der Patient wird von einem Arzt behandelt (eine Sachleistung wird erbracht) und die Abrechnung erfolgt dann direkt zwischen dem Arzt und der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Versicherte kann somit alle Leistungen in Anspruch nehmen, die der gesetzliche Leistungskatalog beinhaltet ohne dafür eine Zahlung leisten zu müssen. Ausnahmen bilden hier natürlich die Praxisgebühr und Zuzahlungen die das gesetzliche System vorsieht.

Die private Krankenversicherung ist als Kostenerstattungssystem bekannt. D.h. der Versicherte bekommt von seinem Arzt die Rechnung direkt nach Hause geschickt und überweist das Geld wiederum direkt an seinen Arzt. Die Rechnung reicht er dann zur Kostenerstattung an sein privates Krankenversicherungsunternehmen weiter. Ist die in Anspruch genommene Leistung im versicherten Tarif enthalten und sieht dieser keine Selbstbeteiligung vor, bekommt der Versicherte den kompletten Rechnungsbetrag von seiner PKV erstattet.

Einzige Ausnahme sind stationäre Behandlungen, da hier die Kosten häufig die finanzielle Leistungskraft des Versicherten übersteigen, wird der Rechnungsbetrag in diesem direkt von der privaten Krankenversicherung an das Krankenhaus überweisen. Der Versicherte erhält in diesem Fall die Rechnung nur zu seiner Information zugeschickt.

3. Beitragserhebung

Entwicklung der Alterungsrückstellungen in der privaten Krankenversicherung

Neben der unterschiedlichen Abrechnung der Leistungen gibt es auch einen Unterschied in der Beitragserhebung.

Im System der GKV wird der Beitrag eines Angestellten von seinem Arbeitgeber direkt an die Krankenkasse abgeführt. Er muss seinem Arbeitgeber nur mitteilen, für welche gesetzliche Krankenversicherung er sich entschieden hat, den Rest übernimmt dann in der Regel die Personalbuchhaltung.

In der PKV wird der Beitrag direkt vom Konto des Versicherten abgebucht oder muss vom Versicherten rechtzeitig an das Krankenversicherungsunternehmen überwiesen werden. Der PKV-Versicherte bekommt von seinem Anbieter eine Arbeitgeberbescheinigung in der die aktuellen Beiträge aufgeführt sind. Diese gibt er dann in seiner Personalbuchhaltung ab und bekommt mit seiner nächsten Gehaltszahlung den 50%igen Arbeitgeberzuschuss ausbezahlt.

4. Leistungen

Der wohl größte Unterschied der beiden Systeme ist aber in den unterschiedlichen Leistungen zu beobachten.

Da die Finanzierung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems die Bundesregierung vor eine enorme Aufgabe stellt, wurden in den letzten Jahren immer wieder Reformen beschlossen, die enorme Leistungskürzungen mit sich brachten.

GKV Wahltarife
GKV Wahltarife

Ein gesetzlich Krankenversicherter hat somit nie die Gewissheit, dass eine heute versicherte Leistung auch noch in ein paar Jahren in Anspruch genommen werden kann.

Ein gutes Beispiel für die regelmäßigen und starken Kürzungen der GKV sind die Leistungen für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Zahnimplantate. Kosten für ein Zahnimplantat werden seit Jahren schon nicht mehr übernommen. Beim Zahnersatz wird nur noch eine Regelversorgung erbracht. Weitere Kürzungen sind nicht ausgeschlossen.

Da die Leistungen den Krankenkassen zu ca. 95% gesetzlich vorgeschrieben werden, ist es im Prinzip egal für welche Kasse man sich entscheidet. Häufig wird die Wahl dadurch in Abhängigkeit des Beitragssatzes getroffen. Manche Kassen werben durch Bonusprogramme oder Wahltarife um Versicherte.

Ganz anders sieht es in der privaten Krankenversicherung aus. Hier kann sich ein Versicherter auf seinen Leistungsanspruch verlassen, da die Unternehmen den Tarif nicht zu seinem Nachteil verändern dürfen. Nur die Beitragskalkulation für die gewählten Leistungen dürfen angepasst werden, wenn die Kosten gestiegen sind.

Größter Vorteil der PKV ist aber die Wahlmöglichkeit des Versicherungsnehmers. Er kann im Gegensatz zum gesetzlichen System selbst entscheiden, ob er eher einen preisgünstigen Tarif mit Standardleistungen oder ab den Topschutz des Unternehmens abschließen möchte.

Unsere Empfehlung:

Bei so vielen Unterschieden ist es manchmal schwer den Überblick zu behalten und auch zu entscheiden, was für die persönliche Situation am besten passt. Fordern Sie deshalb noch heute unseren kostenlosen Anbieter und Leistungsvergleich an!

Jetzt Vergleichen

Private Krankenversicherung Angebot anfordern

BKI Newsletter




* Pflichtfeld

Link setzen bei:


BK Infoportale Logo